Westflügel Session #5

 

Short Cuts. Penthesilea. Heinrich v. Kleist

Tanz: Marina Tenório
Figuren/Spiel: Michael Vogel
Regiemitarbeit und Dramaturgie: Antonia Christl
Regie: Hendrik Mannes


»Den Schritt nicht vorwärts mehr, nicht rückwärts wagt;/Der Weiber Angstgeschrei durchkreischt die Luft:/Stürzt sie urplötzlich, Roß und Reuterin,/Von los sich lösendem Gestein umprasselt,/Als ob sie in den Orkus führe, schmetternd/Bis an des Felsens tiefsten Fuß zurück,/Und bricht den Hals sich nicht und lernt auch nichts:/Sie rafft sich bloß zu neuem Klimmen auf.«

Dieser Abend ist eine Begegnung zwischen der Tänzerin Marina Tenório und dem Figurenspieler Michael Vogel und eine Annäherung an Kleists Werk jenseits der Sprache. Ein Versuch, das Unaussprechliche darin durch eine andere Form, aus Körper, aus Raum zu fassen. Gemeinsam widmen sie sich einem der zentralen Motive aus »Penthesilea«: dem Augenblick des Stürzens, des Fallens.

Der Regisseur Hendrik Mannes arbeitet regelmäßig in Cross-Over-Projekten, bereits seit 1988 auch im Figuren- und Objekttheater. Mannes, der u.a. Regie am Obdachlosentheater Ratten 07 an der Volksbühne Berlin führte, war mehrere Jahre Regieassistent von Peter Brook. Am Westflügel Leipzig sind unter seiner Regie u.a. "Der Schaum der Tage" von Boris Vian (2016) und "Songs for Alice" nach Lewis Carroll (2011) entstanden.

Marina Tenório studierte Flamenco in Sao Paulo und setzte ihre künstlerische Ausbildung in Moskau beim russischen Regisseur Anatoli Vasiliev und beim japanischen Choreographen und Tänzer Min Tanaka fort. Zurzeit lebt und arbeitet sie in Berlin. Choreographien von Marina Tenório sind u.a. „Around Four“ (Musik von J. Cage, Moskauer Philharmonie, 2012), „Festival at Queens“ (Belfast, 2012, Projekt von Néle Azevedo), „Lava Entropia“ (Zusammenarbeit mit dem Komponist Anton Safronov, Festival Russland, Konzerthaus Berlin, 2013).


Im Rahmen der Reihe "Sessions" am Westflügel Leipzig entstehen kleine Arbeiten von Wilde & Vogel mit Gästen. Das Konzept: 3 Tage Proben, 1 Aufführung!

Mittwoch 18. Januar 2017

 

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