Lear

 

Shakespeares über die Jahrhunderte gealtertes Fossil König Lear kriecht aus seinem Loch und will, dass seine Geschichte erneut gespielt wird. Auslöser der Geschichte und Ursache für das Spiel ist die Katastrophe. Eine Katastrophe, die schon längst geschehen ist, die aber in Augenblicken, im Spiel, wieder gegenwärtig wird.

Samuel Beckett variierte den König und seinen Narren in „Endspiel“.

Clov: „Lass uns aufhören zu spielen!“
Hamm: „Nie! Leg mich in  meinen Sarg!“

 

Diese Inszenierung schreibt Beckett fort und sucht den Rückbezug zu Shakespeare auf. Der gesamte „König Lear“ wird durch ein Erinnerungsperspektiv betrachtet. Alle Personen, bis auf Lear und Narr, sind nur Abbild, Fragment, Staffage. Auch wenn der Narr und Cordelia nicht die gleichen Personen sind, so bringen sie doch einander hervor. Auch wenn Lear kein König mehr ist, Vater wird er immer bleiben. Frank Schneider spielt den Lear, Michael Vogel ist der Narr, der sich in Figuren und Material vervielfältigt und dem König auf der Heide die apokalyptischen Figuren seines Wahnwitzes vorhält.

Narr: „Nicht weiter, Sir, ich kann hier so gut verfaulen als an einem andern Ort.“ –
Lear: „So schenk ich euch das Leben. Kommt, wenn ihr es tragen wollt, so müsst ihr laufen.“


 

Spiel: Frank Schneider, Michael Vogel
Musik: Johannes Frisch, Charlotte Wilde
Ausstattung: Michael Vogel
Regie: Hendrik Mannes
Regie-Mitarbeit: Antonia Christl
Grafik: Robert Voss

 

Eine Koproduktion des Figurentheater Wilde & Vogel mit dem FITZ! Zentrum für Figurentheater Stuttgart und dem Lindenfels Westflügel Leipzig.
Die Produktion wurde gefördert durch das Kulturamt der Stadt Stuttgart, Fonds darstellende Künste e.V. und die Stiftung Landesbank Baden-Württemberg

 

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