Mewa

von Anton Tschechow

 

Nina: „Nicht wahr, ein merkwürdiges Stück?“
Trigorin: „Ich habe nichts verstanden. Aber ich habe mit Vergnügen zugeschaut.
Sie haben so aufrichtig gespielt. Auch die Dekoration war sehr schön.“
Pause.
Trigorin: „Sicher gibt es in diesem See viele Fische.“
Nina: „Ja.“

 

Wie in einem Karussel mit eingebauter Unwucht drehen sich Tschechows Figuren umeinander: einer liebt den anderen, aber irgendwer liebt niemanden. Sie gleichen den Weißfischen, die sie angeln: Zusammengepfercht auf einem russischen Landgut machen sie Kunst, Theater, Literatur, mit Leidenschaft aber ohne Genie. Generationskonflikte, der rebellische Schrei nach neuen Formen, Alterssentimentalitäten – all das sind Auswüchse des Stillstands. Das Karussell quietscht und eiert, aber es dreht sich immer weiter. Keine Romantik, keine seelenvolle Atmosphäre: Möwen sind Aasfresser.


Regie: Hendrik Mannes
Spiel: Marcin Bartnikowski, Marcin Bikowski, Pawel Chomczyk, Dagmara Sowa
Ausstattung: Michael Vogel
Musik: Charlotte Wilde
Regieassistenz: Heiko Klandt

 

Finanziell gefördert duch die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit Warschau, Fonds darstellende Künste, Stadt Bialystok, Kulturamt der Stadt Stuttgart, Projekt SONE – Program Kultur 2007-13 der Europäischen Union

 

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